Themenwelt 2 von 10

Wenn Beziehungen schwierig werden

Wie wir Nähe erleben, was wir voneinander erhoffen und weshalb uns Beziehungen so tief berühren.

Wir erfahren früh, wie es sich anfühlt, wenn jemand auf uns eingeht.

Ob wir Trost finden, wenn wir Angst haben. Ob unsere Freude geteilt wird und auch unser Ärger einen Platz haben darf. In solchen Begegnungen lernen wir etwas über andere Menschen und zugleich über uns selbst: Bin ich willkommen? Ist das, was ich empfinde, für jemanden von Bedeutung? Darf ich etwas brauchen und darauf vertrauen, dass mir jemand entgegenkommt?

Wir entwickeln uns in Beziehungen. Sie prägen mit, wie sicher wir uns fühlen, welche Möglichkeiten wir für uns sehen und was wir vom Leben erwarten. Manche Begegnungen ermutigen uns, etwas zu wagen oder Seiten an uns zu entdecken, die bisher wenig Raum hatten. Andere hinterlassen Zweifel, die uns lange begleiten können.

Auch später berührt uns in Beziehungen häufig mehr als das, was gerade zwischen zwei Menschen geschieht. Eine ausbleibende Antwort kann die Angst wecken, nicht mehr wichtig zu sein. Ein liebevoll gemeinter Rat kann sich anfühlen, als traue uns jemand nichts zu. Und manchmal wünschen wir uns sehr, verstanden zu werden, während wir kaum zeigen können, was uns wirklich bewegt.

Dabei begegnen wir dem anderen Menschen mit seiner eigenen Geschichte, seinen Wünschen und Grenzen. Er kann uns überraschen, unseren Erwartungen widersprechen oder uns tatsächlich verletzen. Was wir miteinander erleben, entsteht im Zusammenspiel dessen, was jeder mitbringt, und dessen, wie wir einander heute begegnen.

Vielleicht liegt darin etwas von der Schwierigkeit und der besonderen Bedeutung von Beziehungen: Gerade dort, wo wir uns Verbundenheit wünschen, können wir uns besonders verletzlich fühlen. Wir möchten vertrauen und versuchen, uns zu schützen. Wir suchen Nähe und wollen zugleich wir selbst bleiben.

Auf den folgenden Wegen können Sie unterschiedlichen Seiten dieses Erlebens nachgehen. Vielleicht erkennen Sie etwas von dem wieder, was Sie aus Ihren Beziehungen kennen. Vielleicht entsteht auch eine neue Frage danach, was Sie sich von anderen wünschen und was zwischen Ihnen immer wieder schwierig wird.

Was davon kommt Ihnen bekannt vor?

Sie können mehrere Aussagen auswählen. Ihre Auswahl wird nicht bewertet und dient nur dazu, passende Gedanken und Perspektiven anzuzeigen.

Ich wünsche mir Nähe, aber sie wird mir schnell zu viel.

Ich sehne mich nach Verbundenheit. Doch wenn jemand mir näherkommt, brauche ich Abstand.

Weiterlesen: Ich wünsche mir Nähe, aber sie wird mir schnell zu viel.

Ich habe Angst, verlassen zu werden.

Schon kleine Veränderungen im Kontakt können mich verunsichern. Dann fällt es mir schwer, darauf zu vertrauen, dass unsere Beziehung bestehen bleibt.

Weiterlesen: Ich habe Angst, verlassen zu werden.

Meine Eifersucht lässt mich nicht zur Ruhe kommen.

Jemand anderes bekommt deine Aufmerksamkeit, und plötzlich bin ich nicht mehr sicher, welchen Platz ich bei dir habe.

Weiterlesen: Meine Eifersucht lässt mich nicht zur Ruhe kommen.

Ich erlebe in Beziehungen immer wieder ähnliche Enttäuschungen.

Am Anfang scheint vieles anders. Und irgendwann finde ich mich in einem Gefühl wieder, das ich nur zu gut kenne.

Weiterlesen: Ich erlebe in Beziehungen immer wieder ähnliche Enttäuschungen.

Ich weiß nicht, ob ich bleiben oder gehen möchte.

Manchmal scheint mir eine Trennung unausweichlich. Dann erleben wir wieder etwas miteinander, das mich zweifeln lässt, ob ich wirklich gehen will.

Weiterlesen: Ich weiß nicht, ob ich bleiben oder gehen möchte.

Es fällt mir schwer, Beziehungen einzugehen oder aufrechtzuerhalten.

Ich wünsche mir Verbindung. Doch manchmal fühle ich mich erst wieder sicher, wenn niemand etwas von mir erwartet.

Weiterlesen: Es fällt mir schwer, Beziehungen einzugehen oder aufrechtzuerhalten.

Zwischen Beziehungsschwierigkeiten und psychischer Belastung

Wann verdient das, was ich in Beziehungen erlebe, besondere Aufmerksamkeit?

Meinungsverschiedenheiten, Unsicherheit und unterschiedliche Bedürfnisse gehören zu Beziehungen. Auch in einer vertrauten Verbindung können wir uns zeitweise unverstanden fühlen, aneinandergeraten oder mehr Abstand brauchen.

Entscheidend ist unter anderem, ob solche Erfahrungen besprochen werden können, ob beide mit ihren Bedürfnissen Raum finden und ob nach einer Verletzung wieder Annäherung möglich wird.

Dabei lohnt ein genauer Blick: Passen Sie sich zunehmend an, um Konflikte zu vermeiden? Ziehen Sie sich von Freundschaften und eigenen Interessen zurück? Zweifeln Sie dauerhaft daran, ob Ihre Bedürfnisse berechtigt sind? Wenn Konflikte sich festfahren, Angst das Miteinander zunehmend bestimmt oder eigene Grenzen kaum noch gewahrt werden können, verdient die Belastung Aufmerksamkeit. Anhaltendes Grübeln, Schlafprobleme oder Beeinträchtigungen im Alltag können ebenfalls ein Anlass sein. Sie dürfen sich Unterstützung holen, auch wenn Sie noch nicht einordnen können, was Sie erleben.

Wie frühere Beziehungserfahrungen nachwirken können, lesen Sie unter „Beziehungsmuster und psychische Erkrankungen verstehen“. Dabei geht es nicht darum, Schuld bei sich zu suchen oder verletzendes Verhalten zu rechtfertigen. Verstehen bedeutet nicht, etwas hinnehmen zu müssen, das Ihnen schadet.

Wenn Angst, Kontrolle oder Gewalt die Beziehung bestimmen

Wenn Sie bedroht, erniedrigt, überwacht, zu sexuellen Handlungen gedrängt oder körperlich verletzt werden, stehen Ihr Schutz und Ihre Sicherheit im Vordergrund. Eine unabhängige, spezialisierte Beratung kann helfen, die Situation einzuschätzen und nächste Schritte zu finden. Sie müssen weder zuerst die Beweggründe des anderen Menschen verstehen noch die Situation gemeinsam mit ihm klären.

Hilfe bei Gewalt, Kontrolle und Bedrohung

  • BIG-Hotline gegen häusliche Gewalt (Berlin): 030 611 03 00, täglich rund um die Uhr erreichbar. Die Beratung richtet sich an Frauen, die häusliche Gewalt erleben, und an Angehörige und Unterstützende. Sie ist vertraulich und auf Wunsch anonym, bei Bedarf wird in andere Sprachen vermittelt (big-hotline.de)
  • Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016, telefonisch rund um die Uhr erreichbar, anonym und kostenfrei. Eine geschützte E-Mail- und Chat-Beratung ist ebenfalls verfügbar (hilfetelefon.de)
  • Hilfetelefon „Gewalt an Männern“: 0800 123 99 00, Montag bis Donnerstag 8 bis 20 Uhr, Freitag 8 bis 15 Uhr, anonym und kostenfrei. E-Mail-Beratung und Sofort-Chat sind ebenfalls möglich (maennerhilfetelefon.de)
  • WEISSER RING, Opfer-Telefon: 116 006, täglich 7 bis 22 Uhr, anonym und kostenfrei, mit persönlicher Begleitung durch örtliche Außenstellen (weisser-ring.de)

In akuter Gefahr: Polizei 110

Weitere Beratungsangebote, auch für Paare, finden Sie unter „Unterstützung finden“.

Weiterführende Informationen

Beziehungsmuster und psychische Erkrankungen verstehen

Wie Beziehungserfahrungen nachwirken und welche Rolle psychische Erkrankungen spielen können.

Wiederkehrende Beziehungsmuster verstehen

In Beziehungen begegnen wir einander mit Wünschen, Hoffnungen und Befürchtungen. Wir entwickeln Vorstellungen davon, wie verlässlich andere sind, was wir von ihnen erwarten dürfen und was wir glauben, tun zu müssen, um geliebt oder angenommen zu werden.

Aus psychodynamischer Sicht kann es hilfreich sein zu erkunden, wie solche Erwartungen in gegenwärtigen Beziehungen wirksam werden. Was geschieht beispielsweise, wenn wir Distanz bemerken? Können wir Ärger zeigen, ohne sofort um die Beziehung zu fürchten? Und wie viel Eigenständigkeit fühlt sich mit Nähe vereinbar an?

Dabei geht es auch darum, genau hinzusehen, wie der andere Mensch uns heute tatsächlich begegnet. Frühere Erfahrungen erklären nicht jede gegenwärtige Schwierigkeit.

Wann können psychische Erkrankungen eine Rolle spielen?

Beziehungsschwierigkeiten sind für sich genommen keine psychische Erkrankung. Sie können jedoch erheblichen Leidensdruck verursachen und mit psychischen Beschwerden zusammenhängen. Der Zusammenhang kann in beide Richtungen wirken: Eine Trennung oder eine anhaltende Beziehungskrise kann mit depressiven Beschwerden, Ängsten oder einer Anpassungsstörung verbunden sein, und umgekehrt können bestehende Beschwerden die Beziehung zusätzlich belasten.

Ausgeprägte und überdauernde Schwierigkeiten im Umgang mit sich selbst und anderen können auch im Zusammenhang mit einer Persönlichkeitsstörung auftreten. Einzelne Erfahrungen wie Eifersucht, Verlustangst oder Rückzug erlauben eine solche Einordnung jedoch nicht. Dafür braucht es eine sorgfältige fachliche Abklärung. Ein psychotherapeutisches Gespräch kann helfen, das eigene Erleben einzuordnen und zu klären, welche Unterstützung sinnvoll sein könnte.

Wie wir Beziehungen gestalten, hängt auch damit zusammen, wie wir uns selbst und andere erleben. Weiterführende Informationen können helfen, persönliche Eigenarten, wiederkehrende Schwierigkeiten und mögliche psychische Erkrankungen besser einzuordnen.

Persönlichkeit und Beziehung verstehen

Wie wir Nähe erleben, mit starken Gefühlen umgehen und was uns in Beziehungen trägt.

Weiterlesen: Persönlichkeit und Beziehung verstehen

Quellen und fachliche Einordnung

Winnicott 1958. Winnicott, D. W. (1958). The Capacity to be Alone. International Journal of Psycho-Analysis, 39, 416–420.

Benjamin. Benjamin, J. (2018). Beyond Doer and Done To: Recognition Theory, Intersubjectivity and the Third. London und New York: Routledge.

Bowlby. Bowlby, J. (1969). Attachment and Loss, Band 1: Attachment. London: Hogarth Press. Deutsch: Bindung (1975).

Kernberg. Kernberg, O. F. (1995). Love Relations: Normality and Pathology. New Haven: Yale University Press. Deutsch: Liebesbeziehungen. Normalität und Pathologie (1998).

Winnicott 1953. Winnicott, D. W. (1953). Transitional Objects and Transitional Phenomena. International Journal of Psycho-Analysis, 34, 89–97. Deutsch in: Vom Spiel zur Kreativität (1973).

Winnicott 1967. Winnicott, D. W. (1967). The Location of Cultural Experience. International Journal of Psycho-Analysis, 48(3). Auch in: Playing and Reality (1971), Kapitel 7. Deutsch in: Vom Spiel zur Kreativität (1973).

Freud 1926. Freud, S. (1926). Hemmung, Symptom und Angst. Wien: Internationaler Psychoanalytischer Verlag. Gesammelte Werke, Band XIV.

Horney 1945. Horney, K. (1945). Our Inner Conflicts: A Constructive Theory of Neurosis. New York: Norton. Deutsch: Unsere inneren Konflikte.

Kohut. Kohut, H. (1977). The Restoration of the Self. New York: International Universities Press. Deutsch: Die Heilung des Selbst (1979).

Coan 2006. Coan, J. A., Schaefer, H. S. und Davidson, R. J. (2006). Lending a Hand: Social Regulation of the Neural Response to Threat. Psychological Science, 17(12), 1032–1039. Quelle öffnen

Coan 2017. Coan, J. A., Beckes, L., Gonzalez, M. Z., Maresh, E. L., Brown, C. L. und Hasselmo, K. (2017). Relationship status and perceived support in the social regulation of neural responses to threat. Social Cognitive and Affective Neuroscience, 12(10), 1574–1583. Quelle öffnen

Chasseguet-Smirgel. Chasseguet-Smirgel, J. (1975). L’idéal du moi. Essai psychanalytique sur la « maladie d’idéalité ». Paris: Tchou. Englisch: The Ego Ideal (1985).

Britton. Britton, R. (1989). The missing link: parental sexuality in the Oedipus complex. In J. Steiner (Hrsg.), The Oedipus Complex Today: Clinical Implications. London: Karnac.

Freud 1922. Freud, S. (1922). Über einige neurotische Mechanismen bei Eifersucht, Paranoia und Homosexualität. Gesammelte Werke, Band XIII.

Klein 1957. Klein, M. (1957). Envy and Gratitude. London: Tavistock. Deutsch: Neid und Dankbarkeit.

Muise 2009. Muise, A., Christofides, E. und Desmarais, S. (2009). More Information than You Ever Wanted: Does Facebook Bring Out the Green-Eyed Monster of Jealousy? CyberPsychology & Behavior, 12(4), 441–444. Quelle öffnen

Bollas. Bollas, C. (1987). The Shadow of the Object: Psychoanalysis of the Unthought Known. London: Free Association Books.

Fairbairn. Fairbairn, W. R. D. (1952). Psychoanalytic Studies of the Personality. London: Tavistock Publications.

Luborsky. Luborsky, L. und Crits-Christoph, P. (1998). Understanding Transference: The Core Conflictual Relationship Theme Method. 2. Auflage. Washington, DC: American Psychological Association.

Wachtel. Wachtel, P. L. (2014). Cyclical Psychodynamics and the Contextual Self: The Inner World, the Intimate World, and the World of Culture and Society. New York: Routledge. Quelle öffnen

Klein 1935. Klein, M. (1935). A Contribution to the Psychogenesis of Manic-Depressive States. International Journal of Psycho-Analysis, 16, 145–174.

Winnicott 1963. Winnicott, D. W. (1963). The Development of the Capacity for Concern. Bulletin of the Menninger Clinic, 27. Auch in: The Maturational Processes and the Facilitating Environment (1965).

Ruszczynski. Ruszczynski, S. (Hrsg.) (1993). Psychotherapy with Couples: Theory and Practice at the Tavistock Institute of Marital Studies. London: Karnac.

Guntrip. Guntrip, H. (1968). Schizoid Phenomena, Object-Relations and the Self. London: Hogarth Press.

Horney 1950. Horney, K. (1950). Neurosis and Human Growth: The Struggle Toward Self-Realization. New York: Norton. Deutsch: Neurose und menschliches Wachstum.

Sullivan. Sullivan, H. S. (1953). The Interpersonal Theory of Psychiatry. New York: Norton.

McWilliams. McWilliams, N. (2006). Some Thoughts about Schizoid Dynamics. Psychoanalytic Review, 93.

Riemann. Riemann, F. (1961). Grundformen der Angst. Eine tiefenpsychologische Studie. München: Ernst Reinhardt Verlag. Quelle öffnen

OPD. Arbeitskreis OPD und Benecke, C. (Hrsg.). OPD-3: Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik. Bern: Hogrefe, 2. Auflage 2024. Quelle öffnen

ICD-11. World Health Organization (2024). Clinical descriptions and diagnostic requirements for ICD-11 mental, behavioural and neurodevelopmental disorders (CDDR). Quelle öffnen

NICE. National Institute for Health and Care Excellence. Borderline personality disorder: recognition and management (CG78). Quelle öffnen

Anderen Spuren folgen

Weitere Gedanken und Erfahrungen entdecken

Vielleicht möchten Sie einem der anderen Wege dieser Themenwelt folgen: dem Wunsch nach Nähe, die schnell zu viel wird, der Angst, verlassen zu werden, der Eifersucht, sich wiederholenden Enttäuschungen, der Frage, ob Sie bleiben oder gehen möchten, oder der Schwierigkeit, überhaupt in Beziehung zu kommen.

Verbindungen innerhalb dieser Themenwelt

Passende Blogartikel

Zum Weiterlesen

Vertiefende Informationen finden Sie unter „Beziehungsmuster und psychische Erkrankungen verstehen“ und „Persönlichkeit und Beziehung verstehen“.

Unterstützung finden

Einzelgespräche, Paarberatung und Hilfe in Krisen

Ein Gespräch kann helfen, genauer wahrzunehmen, was in einer Beziehung geschieht und was Sie selbst brauchen. Psychotherapeutische Unterstützung kann sinnvoll sein, wenn wiederkehrende Konflikte, Verlustängste oder Schwierigkeiten mit Nähe und Abgrenzung Sie stark belasten.

Sie müssen dafür weder bereits eine Diagnose haben noch entschieden haben, ob Sie eine Beziehung fortsetzen möchten. Auch diese Unsicherheit darf Ausgangspunkt einer gemeinsamen Auseinandersetzung sein.

Dafür gibt es unterschiedliche Wege.

Bei psychischen Beschwerden: Psychotherapie über die Krankenkasse

Psychotherapie als Einzeltherapie ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Voraussetzung ist eine behandlungsbedürftige psychische Erkrankung. Beziehungsthemen können dabei sehr wohl im Zentrum stehen, tragen die Kostenübernahme aber nicht allein.

Psychotherapeutische Sprechstunde: der erste Schritt. Eine psychotherapeutische Sprechstunde bietet Raum, Beschwerden fachlich einzuordnen und zu klären, welche Unterstützung oder Behandlung geeignet sein könnte. Sie eignet sich auch, wenn Sie noch nicht wissen, ob eine Psychotherapie für Sie infrage kommt. Gesetzlich Versicherte können einen Termin über die 116117 oder online über den Terminservice vereinbaren. Eine Überweisung ist nicht erforderlich, die Kosten übernimmt die Kasse (Terminservice für psychotherapeutische Sprechstunden). Ein vermittelter Sprechstundentermin ist allerdings noch kein zugesicherter Therapieplatz. Die weitere Behandlung wird im Gespräch geplant und bei der Kasse beantragt.

Hausärztliche Abklärung. Bei anhaltender Erschöpfung, Veränderungen des Schlafs oder Antriebs sowie anderen neu aufgetretenen Beschwerden kann eine ärztliche Untersuchung sinnvoll sein. Auch körperliche Erkrankungen und Medikamente können das seelische Erleben beeinflussen.

Bei Beziehungskonflikten: allein oder gemeinsam

Allein: Unterstützung zu suchen ist jederzeit möglich, auch ohne Diagnose und ohne dass Ihr Partner oder Ihre Partnerin einer Paarberatung zustimmt. Wenn bei Ihnen eine behandlungsbedürftige Erkrankung vorliegt, etwa eine Depression, die unter der Beziehungskrise entstanden ist, kann auch eine Einzeltherapie über die Krankenkasse der richtige Weg sein.

Als Paar: Paarberatung und Paartherapie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen, von privaten Versicherungen in der Regel ebenfalls nicht. Sie sind meist Selbstzahlerleistungen. Ein wichtiger Unterschied: Wenn einer von beiden wegen einer Erkrankung in Psychotherapie ist und die Erkrankung die Partnerschaft stark belastet, kann der andere in diese Einzeltherapie einbezogen werden.

Kostenlose und geförderte Angebote in Berlin: Die Erziehungs- und Familienberatungsstellen sind ein öffentlich finanziertes, kostenfreies Angebot für Eltern und Erziehungsberechtigte. Sie beraten ausdrücklich auch bei Familien- und Paarkonflikten sowie bei Trennung und Scheidung (Übersicht bei berlin.de). Für Erwachsene ohne Kinder gibt es Ehe-, Lebens- und Familienberatungsstellen verschiedener Träger. Manche sind kostenfrei, andere erheben einen Kostenbeitrag. Angebot und Kosten klären Sie am besten direkt vor Ort.

Psychotherapie in meiner Praxis

Wer sich mit dem eigenen Erleben, wiederkehrenden Beziehungserfahrungen oder inneren Konflikten eingehender beschäftigen möchte, kann dies im Rahmen einer Psychotherapie tun.

In meiner Praxis in Berlin-Kreuzberg arbeite ich psychoanalytisch und tiefenpsychologisch fundiert. Informationen zu meiner Arbeitsweise, den Behandlungsmöglichkeiten und der Kostenfrage finden Sie auf den entsprechenden Seiten: Meine Angebote, Honorare und Kostenerstattung, Kontakt.

Wenn Sie sich in einer akuten Krise befinden

Wenn Sie befürchten, sich etwas anzutun, suchen Sie bitte unmittelbar Unterstützung. Bei unmittelbarer Gefahr oder wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie sich schützen können, wählen Sie die 112. Bleiben Sie möglichst nicht allein und bitten Sie eine vertraute Person, bei Ihnen zu bleiben.

  • Notruf 112: Bei unmittelbarer Selbstgefährdung oder anderen lebensbedrohlichen Notfällen.
  • Berliner Krisendienst (030 390 63 10): Kostenlose, auf Wunsch anonyme Unterstützung bei seelischen Krisen. Die Nummer gilt für Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg; telefonisch rund um die Uhr erreichbar. Persönliche Beratung täglich von 16 bis 24 Uhr am regionalen Standort, nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen auch tagsüber im überregionalen Dienst. Werktags von 8 bis 16 Uhr nur telefonische Information und Weitervermittlung. Standorte und Nummern
  • TelefonSeelsorge (0800 111 0 111): Kostenlos, anonym und rund um die Uhr erreichbar. Weitere Nummern: 0800 111 0 222 und 116 123. TelefonSeelsorge
  • Ärztlicher Bereitschaftsdienst (116117): Für dringende medizinische Anliegen außerhalb regulärer Sprechzeiten, sofern keine unmittelbare Lebensgefahr besteht.

Erleben auswählen

Perspektiven entdecken

Hintergrund und Unterstützung

Meine Auswahl anzeigen

Sie können die Auswahl später jederzeit anpassen.

Hintergrund und Unterstützung

Zurück zur Auswahl

Vertiefung – nicht in Ihrer Auswahl

Zu meiner Auswahl hinzufügen

Vertiefende Inhalte

Weitere Gedanken, die Ihnen helfen können, dieses Gefühl besser zu verstehen und einzuordnen.

Unsicher, was passt?

Lesen Sie die Aussagen in Ruhe durch und wählen Sie das aus, was sich stimmig anfühlt. Sie können Ihre Auswahl später jederzeit anpassen.

Hilfe in akuten Krisen

Fachlich geprüft am 30. Oktober 2026 von Rahel Simmenauer, Psychologische Psychotherapeutin.